Wieso Reiten das beste Hobby ist

Junge Frau reitet das Pferd

Reiten tut Körper und Seele gut. Warum das so ist? Wir haben uns den Glücksfaktor „Beschäftigung mit dem Pferd“ einmal genauer angeschaut. Und herausgefunden, warum Reiten und das Zusammensein mit Pferden uns Menschen so erfüllen kann.

Raus in die Natur

Den Sattel auflegen, die Trense aufziehen und los, ab in den Wald oder ins Feld zum Ausritt! Reiter sind fast immer an der frischen Luft – vor allem, aber nicht nur, wenn das Pferd im Offenstall steht. Das verleiht in den Sommermonaten nicht nur eine gesunde, beneidenswerte Bräune. Der Kontakt zur Natur macht erwiesenermaßen glücklich. Wenn einem der Wind um die Nase und die Nüstern weht und die Hufe durch raschelndes Laub stapfen, lernt man die kleinen Dinge und kostbaren Momente wieder zu schätzen. Reiten und der Kontakt zum Pferd können uns zur Ursprünglichkeit zurückbringen.

Nur die Harten kommen in den Garten

Wir kennen sie alle, die Menschen, die beim kleinsten Luftzug zu hüsteln anfangen und sofort flach im Bett liegen, wenn der erste Kollege im Herbst mit einer Erkältung ankommt. Reiter dagegen sind abgehärtet. Ständig draußen, auch unter fiesen Bedingungen – bei Schnee, Regen, Wind und Eis – sind sie körperliche Anstrengungen gewöhnt und sich nicht zu schade, auch mal ordentlich anzupacken. Reiten ist kein saisonales Hobby, auch wenn die moderaten Temperaturen im Frühjahr und Herbst eigentlich am besten sind. Im Winter friert man, im Sommer schwitzt man. Na und? An die letzten Krankheitstage können sich Reiter meist gar nicht mehr erinnern. Reiten hält eben gesund.

Bewegung garantiert

Träge oder faul? Zwei Wörter, die nicht auf Reiter zutreffen. Wer ein Pferd hat, ist eigentlich immer in Bewegung. Schon die gesamte Reitvorbereitung lässt den Schritte-Zähler rattern. Pferd steht auf der Koppel? Die Wanderung kann beginnen. Pferd wird Western geritten? Dann sind mehrere Gänge erforderlich bis nur ein Teil des Equipments mit Sattel, Blanket und Felt Liner (Satteldecke und Filzunterlage) aus der Sattelkammer geräumt und der Ritt vorbereitet ist. Und dann ist Reiten bekanntlich deutlich mehr, als sich sacht durch die Landschaft schaukeln zu lassen. Positive Körperspannung auf der einen Seite, Flexibilität und Nachgiebigkeit auf der anderen – Reiter schaffen diesen Spagat und bleiben dabei und deswegen fit.

Pferde formen den Charakter

Reiten ist Teamarbeit. Oder anders formuliert: eine gemeinsame Unternehmung. Damit es gelingt, braucht man eine Partnerschaft mit seinem Pferd. Und die erfordert sorgsamen Aufbau und Pflege, Kompromissbereitschaft genauso wie eine klare Kommunikation. Nur mit Druck und Gewalt erreicht man genauso wenig wie mit Bestechungsversuchen und Manipulation. Wenn wir die Ohren und Augen aufmachen, hinsehen und hinhören, was unser Pferd von uns braucht, dann macht uns das auf so vielen Gebieten auch zu besseren Menschen. Wir werden offener, empathischer und weniger egoistisch. Wir werden bessere Zuhörer, haben mehr Verständnis und urteilen weniger schnell.

Entspannung – jeden Tag

Andere setzen sich ins Yoga-Retreat ab oder buchen einen Wellness-Urlaub. Reiter gehen zum Pferd in den Stall. Denn das ist durchaus auch der Ort, an dem man seine Ruhe hat, seine Seele baumeln lassen und im Moment sein kann. Und diesen auch zu genießen lernt. Denn Pferde bringen uns bei, wie es sein kann, voll in der Gegenwart zu leben und sie mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu spüren. Wir können das Grübeln über die Vergangenheit und die Sorgen über die Zukunft ruhen lassen und uns an dem erfreuen, was sich gerade ereignet. Darüber verschwinden Stress und endlose Gedankenspiralen werden unterbrochen.

Schritt für Schritt ins Glück

Eines der großen Probleme unserer Gesellschaft ist Forschern zufolge die Erwartung (Sucht?) der sogenannten „Instant gratification“ – der sofortigen Befriedigung unserer Wünsche. Mit einem Klick ist der Pulli online bestellt, morgen kommt bereits das Paket und übermorgen sind wir der Mode schon wieder überdrüssig. Weil es heute so einfach geworden ist, sofort zu kriegen, was wir wollen, geht uns schrittweise die Fähigkeit verloren, uns unsere Ziele schrittweise zu erarbeiten und Geduld aufzubringen. Doch genau darin liegt der Schlüssel zum Glück: Der Freude am Vorwärtskommen, die Fähigkeit, Rückschläge zu überwinden, das Bewusstwerden über die eigene Wirksamkeit. Gutes Reiten ist so ein Ziel, das uns dieses Glück spüren lässt. Es lässt sich nicht von heute auf morgen meistern, sondern ist eine Reise, die immer weiter geht und bei der man nie wirklich ankommt. Es geht einfach immer besser. Denn wie lautet der kürzeste Reiterwitz? „Ich kann’s“. Dieses Hobby zeigt und also, dass es das wirklich Erstrebenswerte nicht umsonst und einfach so gibt. Dass es sich aber allemal lohnt, dafür anzustrengen und dran zu bleiben, auch wenn es mal schwierig ist.

 
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