Viktoria | Reiterin & Trainerin
Pferde begleiten Viktoria seit ihrer Kindheit.
Aufgewachsen in einer Pferdefamilie mit eigener Zucht, hat sie früh gelernt, Pferde aufmerksam zu beobachten und jedes von ihnen als eigene Persönlichkeit wahrzunehmen.
Heute begleiten sie mehrere eigene Pferde, und sie gibt ihre Erfahrung auch im Unterricht weiter.
Dabei geht es ihr nicht um schnelle Lösungen, sondern um eine feine Kommunikation, verständliche Hilfen und eine Ausbildung, die sich am jeweiligen Pferd orientiert.
Im Hillbury Pferde-Blog schreibt Viktoria über:
Reiten, Ausbildung, feine Hilfengebung und die vielen kleinen Momente, in denen aus Verständnis echtes Vertrauen entsteht.
Leichttraben: harmonische Bewegung oder unterschätzte Belastung?
Beim Einreiten von Jungpferden, beim Aufwärmen zu Beginn des Trainings und beim Cool-Down am Ende wird in deutschen Reithallen und Reitplätzen leichtgetrabt: Der Reiter steht im Rhythmus der Bewegung auf und sitzt wieder ein, das Pferd dehnt sich vorwärts-abwärts an den Zügel.
Feine Kommunikation bei der Arbeit mit dem Halsring.
Wenn du die Trainingseinheiten mit deinem Pferd noch feiner gestalten und eure Kommunikation weiter verbessern willst, dann kannst du über einen Halsring oder eine Halsringlonge nachdenken. Beide eröffnen euch eine Vielfalt an Möglichkeiten: der Halsring beim Reiten ohne Zäumung oder unterstützend als Balancezügel sowie bei der Freiarbeit, die Halsringlonge als Brücke von feiner Boden- oder Handarbeit zur Freiarbeit.
Die Gymnastik am Langen Zügel sollte gut vorbereitet werden.
Die Arbeit am Langen Zügel gilt an den traditionellen Hofreitschulen als Königsdisziplin: Sie hat eine lange Tradition an den bedeutenden Reitschulen der Welt, etwa der Spanischen Hofreitschule, der Andalusischen Reitschule in Jerez oder dem Cadre Noir in Saumur. Hier werden an den Langen Zügeln schwierigste Lektionen wie Zickzack-Traversalen, Pirouetten oder Piaffen gezeigt.
„Kreuz anspannen“ ist ein Kommando aus dem Reitunterricht, das vielen Reitern Rätsel aufgibt. Oft wird es nicht genau erklärt und Versuche, dem nachzukommen, führen in die Irre:
• Wer nur seine Rückenmuskulatur anspannt, fällt leicht in ein Hohlkreuz.
• Wer die Pobacken zusammenkneift, hebt sich höher aus dem Sattel statt tiefer einzusitzen.
• Wer die Oberschenkel zusammenpresst, verliert leichter die Balance und behindert die Bewegungen des Pferdes.
• Wer versucht, den Sattel von vorn nach hinten oder andersherum auszuwischen oder das Pferd voranzuschieben, liegt ebenfalls nicht richtig.
Nur eine korrekt ausgeführte Haltung trägt zur Gesunderhaltung des Pferdes bei.
Man kennt sie, diese Bilder schlechten Reitens: Das Pferd latscht mit tiefem Kopf hinter der Senkrechten und mit herausschiebenden Hinterbeinen dauerhaft auf der Vorhand – und der Reiter nennt es vorwärts-abwärts. Oder das Pferd ist in absoluter Aufrichtung zusammengeschoben, das Genick der höchste Punkt – aber der Rücken hängt dennoch durch, die Kruppe springt, die Hinterbeine tippeln, statt Last aufzunehmen und das Vorwärts ist nicht mehr vorhanden.
Gesundes Training an der Longe ist nur mit richtiger Ausrüstung und feiner Hilfengebung möglich.
Gutes, das heißt dem Pferd zuträgliches Longieren ist das Gegenteil von Zentrifugieren, wenn der Mensch wie festgewachsen in der Mitte steht und sein Pferd Runde um Runde auf dem Kreisbogen gehen lässt, womöglich noch mit dem Smartphone in der Hand und nur zur Hälfte bei der Sache. Das Pferd ist ausgebunden in einer festen Kopf-Hals-Position fixiert, möglicherweise ist der innere Ausbinder noch etwas kürzer verschnallt, um eine „Innenstellung“ zu simulieren, die keine ist.