{"id":820,"date":"2022-03-02T12:15:01","date_gmt":"2022-03-02T11:15:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/?p=820"},"modified":"2023-03-30T16:56:14","modified_gmt":"2023-03-30T14:56:14","slug":"hillbury-basics-die-anlehnung-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/pferde-training\/hillbury-basics-die-anlehnung-teil-1\/","title":{"rendered":"Die Anlehnung &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_840\" aria-describedby=\"caption-attachment-840\" style=\"width: 1070px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-840 size-full\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung.jpg\" alt=\"\" width=\"1080\" height=\"733\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung.jpg 1080w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung-300x204.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung-768x521.jpg 768w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung-1024x695.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-840\" class=\"wp-caption-text\">Was genau ist eigentlich Anlehnung?<\/figcaption><\/figure>\n<p>Alle wollen sie, aber wie so oft beim Reiten ist nicht so ganz klar, was eigentlich genau gemeint ist: Die Rede ist von der Anlehnung. Die FN definiert sie in ihren Richtlinien als \u201estete, weich federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Die Anlehnung soll dem Pferd einen Rahmen vorgeben, um es gesunderhaltend zu trainieren. Sie hilft dabei, gemeinsam das Gleichgewicht zu finden. Als Voraussetzung gilt die sogenannte Dehnungsbereitschaft. Dabei l\u00e4sst sich das Pferd mental fallen und l\u00e4uft entspannt vorw\u00e4rts mit aktivem Hinterbein, gehobenem R\u00fccken und einem offenen Genick. Das Pferd ist damit losgelassen.<\/p>\n<p>Die klassische Reitvorschrift H.Dv.12 der deutschen Kavallerie (1937) f\u00fchrt aus, dass durch die Schubkraft aus der Hinterhand das Pferd an den <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/Zuegel\/\">Z\u00fcgel<\/a> herantritt und es so zur Anlehnung kommt. Wenn ein Pferd das Becken kippt, mit den Hinterbeinen unter den K\u00f6rper schwingt, den R\u00fccken w\u00f6lbt, den Brustkorb hebt und den Hals dehnt, dann l\u00e4uft es auf eine Art und Weise, die es ihm erlaubt, einen Reiter zu tragen. Dann erst wird eine korrekte Anlehnung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Beiz\u00e4umung, die Kopf- und Halshaltung des Pferdes, wenn es am <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/Zuegel\/\">Z\u00fcgel<\/a> geht, ist die Folge der korrekten Anlehnung: Das Pferd tr\u00e4gt dann mit gew\u00f6lbtem Hals sein Genick als h\u00f6chsten Punkt und die Nase leicht vor der Senkrechten.<\/p>\n<h3>So f\u00fchlt sich Anlehnung an<\/h3>\n<p>Jetzt wissen wir, was Anlehnung ist. Doch wie f\u00fchlt sie sich an? Oft liest und h\u00f6rt man, dass sie so zart sein muss wie ein Bindfaden oder dass der Reiter nur noch das Gewicht der <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/Zuegel\/\">Z\u00fcgel<\/a> in den H\u00e4nden tr\u00e4gt. Im Idealfall ist das so. In der Realit\u00e4t wechselt die Anlehnung aber st\u00e4ndig, da sie beim Reiten aus der Kombination der treibenden, durchhaltenden und nachgebenden Hilfen resultiert. Das alles ist eine feine Balance &#8211; mal wird das Pferd mit mehr Gegendruck reagieren, vielleicht kommt es auch mal hinter den Z\u00fcgel. Dein Pferd reagiert auch unterschiedlich auf die verschiedenen Lektionen, die du abfragst und abh\u00e4ngig von der Gangart variieren auch die nat\u00fcrlichen Kopf-Hals-Bewegungen.<\/p>\n<p>Anlehnung ist deswegen in erster Linie flexibel: Deine H\u00e4nde und Arme folgen der Kopfbewegung des Pferdes und die Z\u00fcgell\u00e4nge kann variieren. Anlehnung erreichst du nicht, indem du deine H\u00e4nde vor dem K\u00f6rper feststellst und versuchst, sie in dieser Haltung zu fixieren. Um eine reale Anlehnung zu erreichen, brauchen wir einen unabh\u00e4ngigen Sitz und nachgiebige H\u00e4nde, die der Bewegung folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anlehnung wird gern verwechselt mit \u201edas Pferd an den Z\u00fcgel stellen\u201c. Der Satz ist inhaltlich nicht richtig, denn der Reiter stellt das Pferd nicht aktiv an den Z\u00fcgel. Er riegelt es nicht herunter oder h\u00e4lt vorn gegen und treibt von hinten dagegen oder fixiert Kopf und Hals in einer starren Position. Anlehnung ergibt sich aus unserer Reaktion auf den Pferdek\u00f6rper, sie ist immer ein Angebot, das vom Pferd gemacht wird, nichts, was wir aktiv und mit Zwang herbeif\u00fchren. Das f\u00fchrt sonst immer zu einer r\u00fcckw\u00e4rtswirkenden Reiterhand und dazu, dass das Pferd zwar den Kopf herunternimmt, aber im R\u00fccken hohl bleibt und mit der Hinterhand herausschiebt statt unterzutreten.<\/p>\n<h3>Reiten ohne Anlehnung ist m\u00f6glich<\/h3>\n<p>Anlehnung ist nicht gleich Anlehnung. In der Westernreitweise wird zum Beispiel in verschiedenen Disziplinen am losen Z\u00fcgel geritten &#8211; dennoch geht das Pferd in Anlehnung. Auch in den h\u00f6chsten Lektionen der klassischen Dressur wie der Piaffe, wenn das Pferd in absolute Aufrichtung gelangt und sich selbst tr\u00e4gt, ist daf\u00fcr kein Z\u00fcgelkontakt mehr notwendig.<\/p>\n<p>Anlehnung ist aber durchaus sinnvoll. Fehlt sie komplett, weil der Reiter Angst hat zu viel mit den Z\u00fcgeln einzuwirken, fehlt dem Pferd manchmal die Orientierung, es ist alleingelassen. Es kann passieren, dass es dann auf der Vorhand vor sich hinl\u00e4uft, w\u00e4hrend die Hinterhand hinterherzieht, eilige Pferde kommen ins Rennen. Beides ist kein gesunderhaltendes Reiten.<\/p>\n<p>Anlehnung unterst\u00fctzt das Pferd in der Balance und bietet F\u00fchrung &#8211; ist aber auch kein f\u00fcnftes Bein, auf das sich das Pferd abst\u00fctzen kann.<\/p>\n<h3>Die g\u00e4ngigen Anlehnungsfehler<\/h3>\n<p>Es gibt verschiedene Anlehnungsfehler &#8211; die meisten haben ihre Ursache darin, dass der Reiter versucht, die Anlehnung aktiv herbeizuf\u00fchren, indem er sein Pferd mit den H\u00e4nden beiz\u00e4umt.<\/p>\n<p><strong>Hinter der Senkrechten\/ Hinter dem Z\u00fcgel<br \/>\n<\/strong>Hier befindet sich die Stirn-Nasen-Linie des Pferdes hinter der Senkrechten, sprich die Nase zeigt nicht in Bewegungsrichtung, sondern gen Brust. Entweder das Pferd wird aktiv in diese Position gebracht oder es hat die richtige Anlehnung noch nicht gefunden und tritt nicht an das Gebiss heran. Es verkriecht sich hinter dem Z\u00fcgel und \u00f6ffnet das Genick nicht.<\/p>\n<p><strong>Auf dem Z\u00fcgel<br \/>\n<\/strong>Das Pferd lehnt sich auf den Z\u00fcgel, es st\u00fctzt sich darauf ab. Der Reiter versp\u00fcrt viel Zug in der Hand. Die Ursache ist oft eine nicht aktiv untertretende Hinterhand.<\/p>\n<p><strong>Gegen bzw. \u00fcber dem Z\u00fcgel<br \/>\n<\/strong>Das Pferd streckt die Nase in die Luft und gibt nicht im Genick nach. Das kann auf k\u00f6rperliche Probleme wie einen festgehaltenen R\u00fccken oder einen verspannten Nacken hindeuten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<figure id=\"attachment_840\" aria-describedby=\"caption-attachment-840\" style=\"width: 1070px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-840 size-full\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung.jpg\" alt=\"\" width=\"1080\" height=\"733\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung.jpg 1080w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung-300x204.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung-768x521.jpg 768w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Anlehnung-1024x695.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-840\" class=\"wp-caption-text\">Was genau ist eigentlich Anlehnung?<\/figcaption><\/figure>\n<p>Alle wollen sie, aber wie so oft beim Reiten ist nicht so ganz klar, was eigentlich genau gemeint ist: Die Rede ist von der Anlehnung. 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