{"id":610,"date":"2021-01-17T15:00:56","date_gmt":"2021-01-17T14:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/?p=610"},"modified":"2025-10-06T14:34:20","modified_gmt":"2025-10-06T12:34:20","slug":"das-pferd-gerade-richten-warum-und-wie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/pferde-training\/das-pferd-gerade-richten-warum-und-wie\/","title":{"rendered":"Das Pferd richtig gerade richten \u2013 warum und wie?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_611\" aria-describedby=\"caption-attachment-611\" style=\"width: 1910px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-611\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1280\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten.jpg 1920w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten-300x200.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten-768x512.jpg 768w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-611\" class=\"wp-caption-text\">Dein Pferd richtig gerade richten f\u00fcr eine gleichm\u00e4\u00dfige Biegung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer Reitstunden nimmt, h\u00f6rt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von der Schiefe des Pferdes und dass der Reiter es gerade richten m\u00fcsse. Doch was genau bedeutet das \u00fcberhaupt? Das Pferd kann ja schlie\u00dflich geradeaus laufen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die nat\u00fcrliche Schiefe des Pferdes, auch H\u00e4ndigkeit genannt, ist vergleichbar mit unserer Links- oder Rechtsh\u00e4ndigkeit. Es hat eine gute und eine schlechte Seite, abh\u00e4ngig von der Richtung, in die es sich bewegt. Eine K\u00f6rperseite ist dabei leicht verk\u00fcrzt und hohl, die andere dagegen steifer. Diese Schiefe ist angeboren \u2013 es gibt verschiedene Erkl\u00e4rungen f\u00fcr ihre Ursachen, eine davon ist die Lage des Fohlens im Mutterleib. Verst\u00e4rkt wird sie durch die Anatomie: Schlie\u00dflich ist die Hinterhand des Pferdes breiter als die Vorhand \u2013 entsprechend leicht fu\u00dft ein Hinterbein an der Spur des Vorderbeins vorbei, was eine Folge und Anzeichen der Schiefe ist.<\/p>\n<h3>So erkennst du durch das Gerade richten die Schiefe deines Pferdes<\/h3>\n<p>Die Schiefe macht sich beim Reiten schnell bemerkbar \u2013 auf unterschiedliche Art und Weise: Das Pferd galoppiert auf einer Hand besser an, legt sich vermehrt auf einen Z\u00fcgel oder l\u00e4sst sich auf einer Seite nur schwer biegen. Die Anlehnung ist auf einer Seite schwieriger oder das Pferd l\u00e4uft auf zwei Hufschl\u00e4gen, indem es den Hintern etwas in die Bahnmitte schwingt und mit der Schulter in Richtung der Bande dr\u00fcckt. Gerade \u00e4ltere Pferde sind dann steif und manchmal sind sogar Unterschiede in der Muskulatur der K\u00f6rperseiten mit blo\u00dfem Auge sichtbar.<\/p>\n<p><strong>Gerade auf dem Zirkel wird die Schiefe des Pferdes schnell deutlich:<\/strong> Auf seiner hohlen Seite wird sich dein Pferd leichter biegen lassen und den Kreisbogen williger gehen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass es \u00fcber die \u00e4u\u00dfere Schulter davon l\u00e4uft und den Zirkel vergr\u00f6\u00dfert. Auf der steifen Seite haben Pferde eher die Tendenz nach au\u00dfen zu schauen, auf die innere Schulter zu fallen und den Zirkel zu verkleinern, um sich nicht dehnen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Reiter empfindet die hohle Seite oft als einfacher, da sich das Pferd hier leichter biegt, sie kann aber durchaus die Herausfordernde sein, da sie in der Ausbildung gedehnt werden muss. Auch die eigene H\u00e4ndigkeit des Menschen kann die Schiefe des Pferdes verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Studien zufolge sind etwa 45 Prozent der Pferde Linksh\u00e4nder und nur 10 Prozent Rechtsh\u00e4nder. 45 Prozent kommen mit beiden H\u00e4nden gut klar. Die M\u00e4hne f\u00e4llt oft von sich aus auf die hohle Seite.<\/p>\n<h3>Wann ist ein Pferd gerade gerichtet?<\/h3>\n<p>Ein Pferd ist dann gerade gerichtet, wenn es in der Lage ist, mit den Hinterbeinen in die Spur der Vorderbeine zu fu\u00dfen \u2013 auf geraden und auf gebogenen Linien. Der Schub aus der Hinterhand wirkt damit in Richtung des Schwerpunktes. Damit passt sich die L\u00e4ngsachse des Pferdes der gerittenen Linie wie einer Volte oder einer Schlangenlinie an.<\/p>\n<p>F\u00fcr Reitanf\u00e4nger sind die Begrifflichkeiten hier schon verwirrend, denn ein gerades Pferd bedeutet, es kann sich gleichm\u00e4\u00dfig biegen. Es zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es keine schlechtere Seite mehr hat. Wendungen, Biegungen und Anlehnung gelingen auf beiden H\u00e4nden gleich gut. Beim Halten nimmt es die gleiche Last mit allen vier F\u00fc\u00dfen auf.<\/p>\n<p>Der Prozess des Geraderichtens ist nie wirklich abgeschlossen, eine Restschiefe wird vermutlich immer da bleiben, denn kein Lebewesen ist perfekt symmetrisch. Aber mit durchdachtem Training kannst du die Schiefe deutlich verbessern und damit auch die Bewegungsqualit\u00e4t. Tut man hingegen nichts, wird die Schiefe mit der Zeit zunehmen.<\/p>\n<h3>Gerade richten \u2013 die Gr\u00fcnde<\/h3>\n<p>Wer sein Pferd gerade richtet, h\u00e4lt es gesund. Eine ausgleichende Gymnastik wirkt der H\u00e4ndigkeit entgegen und bringt das Pferd in eine bessere Balance. Beide Seiten werden gleichm\u00e4\u00dfig gedehnt und gekr\u00e4ftigt. Gerade gerichtete Pferde sind rittiger und durchl\u00e4ssiger.<\/p>\n<p>Schiefe Pferde gehen dagegen unphysiologisch durch Kurven und Wendungen. Sie versuchen, eine starke, anstrengende Beugung des inneren Hinterbeins zu vermeiden, weichen seitlich aus, belasten die Schultern und damit die Vorderbeine einseitig und legen sich auf den Z\u00fcgel. Wird dem nicht entgegen gewirkt, k\u00f6nnen Schmerzen und Verspannungen auftreten, die das Pferd krank machen und fr\u00fcher verschlei\u00dfen lassen.<br \/>\nEin schiefes Pferd steht nicht gleichm\u00e4\u00dfig an den Hilfen. Auch echte Versammlung ist nur m\u00f6glich, wenn der Schwung der Hinterbeine in die richtige Richtung zum Schwerpunkt f\u00fchrt und nicht seitlich daran vorbei.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Freizeitpferde ist eine Geraderichtung wichtig: die H\u00e4ndigkeit auszugleichen kann sogar dabei helfen, Scheumuster zu durchbrechen, Lahmheiten zu verhindern und Widersetzlichkeiten aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<h3>Das Pferd gerade richten mit diesen \u00dcbungen<\/h3>\n<p>Allt\u00e4gliches von beiden Seiten. Traditionell fand der Umgang mit dem Pferd \u00fcberwiegend auf seiner linken Seite statt: Man f\u00fchrt links, sattelt links, steigt links auf. Das verst\u00e4rkt nat\u00fcrlich die Einseitigkeit \u2013 deswegen ist es sinnvoll, die gesamten allt\u00e4glichen Handgriffe von beiden Seiten aus zu tun. Wie sehr wir als Reiter da ins Schleudern kommen k\u00f6nnen, zeigt oft der Versuch, von rechts aufzusteigen.<\/p>\n<p><strong>Wir Menschen sind nat\u00fcrlich auch nicht gerade:<\/strong> Manch einer hat ein k\u00fcrzeres Bein, eine schiefe Wirbels\u00e4ule und jeder hat eine Hand, mit der er Dinge bevorzugt erledigt.<br \/>\nJe besser wir dieses Ungleichgewicht ausgleichen k\u00f6nnen, desto besser ist das f\u00fcr unser Pferd \u2013 sei es durch Sport wie Yoga, regelm\u00e4\u00dfige Behandlungen beim Osteopathen oder der Physiotherapie und nat\u00fcrlich guten Reitstunden.<\/p>\n<h4><strong>Gebogene Linien<\/strong><\/h4>\n<p>Auf Volten, Achten oder Schlangenb\u00f6gen muss das Pferd mit seinem inneren Hinterbein mehr Last aufnehmen. Durch das Mehr an Beugung wird die Kraft gef\u00f6rdert. Au\u00dferdem wird auf der gebogenen Linie die \u00e4u\u00dfere K\u00f6rperh\u00e4lfte des Pferdes gedehnt. Hier gilt nat\u00fcrlich: Nur regelm\u00e4\u00dfige Handwechsel helfen dabei, beide Seiten gleichm\u00e4\u00dfig zu gymnastizieren.<\/p>\n<h4>Schultervor<\/h4>\n<p>Dabei fu\u00dft das Pferd mit seinem inneren Hinterbein zwischen die beiden Spuren der Vorderbeine, w\u00e4hrend das \u00e4u\u00dfere Beinpaar auf einer Spur bleibt. Pferde, die au\u00dfen an den Vorderbeinen vorbei fu\u00dfen, k\u00f6nnen mit dieser \u00dcbung unterst\u00fctzt werden. Sie erfordert weniger Abstellung und L\u00e4ngsbiegung als das Schulterherein.<\/p>\n<h4>Schulterherein<\/h4>\n<p>Es kann auf drei oder vier Spuren geritten werden. Dabei fu\u00dft das innere Hinterbein in die Spur des \u00e4u\u00dferen Vorderbeins oder dar\u00fcber hinaus \u2013 es muss stark untertreten und die Gelenke beugen, was Beweglichkeit und Tragkraft verbessert.<\/p>\n<h4>Kruppeherein<\/h4>\n<p>Hier wird das \u00e4u\u00dfere Hinterbein aufgefordert, mehr Last aufzunehmen. Gerade im Wechsel mit dem Schulterherein ist das Kruppeherein perfekt, um Beweglichkeit und Kraft zu verbessern.<\/p>\n<h4>Schenkelweichen<\/h4>\n<p>Das Weichen auf den Schenkel und das Kreuzen der Hinterbeine macht beweglich.<\/p>\n<h4>Au\u00dfenstellung und korrektes Umstellen<\/h4>\n<p>Hier gilt: Auf der hohlen Seite des Pferdes mit weniger arbeiten und auf der steifen Seite auf Nachgiebigkeit im Genick achten. Richtiges Umstellen verbessert die Flexibilit\u00e4t. Die Au\u00dfenstellung l\u00e4sst sich gut auf der offenen Zirkelseite oder vor der Ecke abfragen. Sie ist vor allem sinnvoll, wenn das Pferd auf seiner hohlen Hand unterwegs ist, da damit die gern ausbrechende Schulter korrigiert wird.<\/p>\n<h4>Pausen, Abwechslung und langsam steigern<\/h4>\n<p><strong>F\u00fcr all diese \u00dcbungen gilt:<\/strong> Wir verlangen nicht zu viel und geben dem Pferd schon nach wenigen korrekten Tritten Pause. So k\u00f6nnen wir Verspannungen vorbeugen, mit denen wir gar nichts gewinnen. Wichtig sind hier au\u00dferdem die Abwechslung und h\u00e4ufigen Handwechsel, um einseitigen Belastungen vorzubeugen.<\/p>\n<p>\u00dcbungen werden au\u00dferdem zuerst im Schritt geritten und gelehrt. Klappen sie zuverl\u00e4ssig, kommt der Trab als n\u00e4chste Schwierigkeitsstufe dazu.<\/p>\n<p><em>Blog-Beitrag von Nadja M\u00fcller<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<figure id=\"attachment_611\" aria-describedby=\"caption-attachment-611\" style=\"width: 1910px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-611\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1280\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten.jpg 1920w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten-300x200.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten-768x512.jpg 768w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Geraderichten-richtig-reiten-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-611\" class=\"wp-caption-text\">Dein Pferd richtig gerade richten f\u00fcr eine gleichm\u00e4\u00dfige Biegung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer Reitstunden nimmt, h\u00f6rt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von der Schiefe des Pferdes und dass der Reiter es gerade richten m\u00fcsse. 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