{"id":1957,"date":"2025-08-01T10:00:25","date_gmt":"2025-08-01T08:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/?p=1957"},"modified":"2025-07-24T11:36:46","modified_gmt":"2025-07-24T09:36:46","slug":"hillbury-basics-das-pferd-richtig-treiben-in-allen-gangarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/tipps-wissen\/hillbury-basics-das-pferd-richtig-treiben-in-allen-gangarten\/","title":{"rendered":"Hillbury Basics: Das Pferd richtig treiben \u2013 in allen Gangarten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1962\" aria-describedby=\"caption-attachment-1962\" style=\"width: 1070px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1962\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben.jpg\" alt=\"richtiges Treiben, Reiterhilfen\" width=\"1080\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben.jpg 1080w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben-300x199.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben-768x508.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1962\" class=\"wp-caption-text\">Richtiges Treiben ist wichtig, um das Pferd in seinem Bewegungsablauf nicht zu st\u00f6ren.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Du willst lernen, dein Pferd richtig zu treiben? Dann vergiss erst einmal folgende Aufforderungen, die du vielleicht aus dem Reitunterricht kennst:<\/p>\n<p>&#8211; \u201eFu\u00dfspitzen nach innen!\u201c<br \/>\n&#8211; \u201eSteigb\u00fcgel autstreten!\u201c<br \/>\n&#8211; \u201eKnie zu!\u201c<br \/>\n&#8211; \u201eAbs\u00e4tze tief!\u201c<br \/>\n&#8211; \u201eWische im Galopp den Sattel aus!\u201c<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die ersten vier werden mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit deinen Sitz blockieren, weil du deine Fu\u00dfgelenke und Knie steif machst, wenn du versuchst, sie auszuf\u00fchren. Damit wirst du unbeweglicher und kannst keine Hilfen mehr geben, die dein Pferd wirklich unterst\u00fctzen. Und der f\u00fcnfte Ratschlag behindert dein Pferd aktiv in der Bewegung statt es zu unterst\u00fctzen.<br \/>\nUnd damit sind wir bei der Voraussetzung, um richtig zu treiben: dein Sitz. Genauer: ein Sitz, der dein Pferd nicht st\u00f6rt.<br \/>\nEigentlich ist richtiges Treiben nicht schwer zu verstehen: Du gibst mit dem Schenkel Impulse, die dein Pferd zu mehr Vorw\u00e4rts oder Seitw\u00e4rts veranlassen sollen. Dein Sitz nimmt die Bewegungen des Pferder\u00fcckens \u2013 von oben nach unten, vor und zur\u00fcck und von links nach rechts \u2013 auf. Sitzt du locker und balanciert, h\u00e4ngen deine Beine aus deinen H\u00fcftgelenken entspannt an den Seiten des Pferdes herab; seine Bewegungen bringen dein Becken und deine Beine fast automatisch in die Position, um zum richtigen Zeitpunkt zu treiben. Deine Beine schwingen zum Pferderumpf hin und wieder weg. Richtiges Treiben ist damit unaufw\u00e4ndig und hat nichts mit Kraft zu tun.<\/p>\n<h3>Die Position von H\u00fcfte und Beinen<\/h3>\n<p>Ist der funktionale Sitz die Grundlage f\u00fcr richtiges Treiben, dann ist das Becken die Basis f\u00fcr diesen funktionalen Sitz: Wir sitzen auf unseren Sitzbeinen gerade im Sattel und sind in der Lage unser Becken nach vorn und nach hinten zu kippen: Bei ersterem f\u00fchrt das zu einem Hohlkreuz, bei letzterem zu einem runden R\u00fccken &#8211; die Bewegung ist so, als w\u00fcrden wir uns auf die Ges\u00e4\u00dftaschen der Reithose setzen wollen. Mit einem solchen mobilen Becken k\u00f6nnen wir den Bewegungen des Pferder\u00fcckens folgen. Unsere Beine h\u00e4ngen herab &#8211; der Unterschenkel liegt am Gurt.<\/p>\n<h3>Wie treibt man sein Pferd also richtig?<\/h3>\n<p>Die treibenden Hilfen der Beine ergeben sich aus den Bewegungen der H\u00fcfte. Wir treiben mit der Hinterseite der Wade &#8211; sind die Fu\u00dfspitzen zu stark nach innen gedreht, dann w\u00fcrden wir die seitliche Wade nutzen. Wir geben einen Impuls und setzen die treibende Hilfe dann wieder aus; das passiert fast automatisch, da der Rumpf von unserem Bein wieder wegschwingt. Das ist dann gleichzeitig die R\u00fcckmeldung ans Pferd, dass es sich korrekt verhalten hat: Wenn wir durch das Treiben mehr Vorw\u00e4rts erhalten, m\u00fcssen wir die Hilfen, das hei\u00dft den Schenkeldruck, aussetzen.<br \/>\nDie Fu\u00dfgelenke sind locker, wir stehen mit dem Fu\u00dfballen im Steigb\u00fcgel, die Fu\u00dfspitzen zeigen nach vorn und leicht nach au\u00dfen. Unsere Knie liegen locker am Sattelblatt an.<br \/>\nDamit k\u00f6nnen wir minimale Hilfen geben und sie bei Bedarf verst\u00e4rken. Im fortgeschrittenen Reiten bedeutet das Treiben dann nicht nur \u201evorw\u00e4rts bitte\u201c, sondern auch \u201etritt mehr unter\u201c oder \u201eein aktiveres Hinterbein bitte\u201c.<\/p>\n<h3>Die Biomechanik hinter den treibenden Hilfen<\/h3>\n<p>Biomechanisch ist es so, dass der treibende Schenkel die Bauchmuskulatur auf der jeweiligen Seite anspricht. Sie zieht sich zusammen und holt das gleichseitige Hinterbein nach vorn. Es ist deswegen nicht sinnvoll, beidseitig zu treiben, da in den normalen Gangarten des Pferdes nicht beide Hinterbeine gleichzeitig nach vorn treten. Hier erschlie\u00dft sich auch, warum man keinen Dauerdruck mit dem Schenkel machen sollte \u2013 zur nat\u00fcrlichen Bewegung geh\u00f6rt das An- und Abspannen der Muskulatur. Diesen Impuls wollen wir mit dem Treiben unterst\u00fctzen, wir folgen ihm. Ein klemmiger Schenkel erlaubt dem Pferd das Abspannen nicht (was das Pferd nat\u00fcrlich trotzdem tut) und damit wird die Hilfe widersinnig.<\/p>\n<h3>Treiben &#8211; aber ohne hochgezogene Abs\u00e4tze und klemmige Knie<\/h3>\n<p>Hochgezogene Abs\u00e4tze und klemmige Knie bedeuten nicht nur permanent treibende Hilfen \u2013 zum falschen Zeitpunkt. Sie verhindern auch einen elastischen Sitz mit mobiler H\u00fcfte und damit korrektes, unaufw\u00e4ndiges Treiben. Viele Pferde werden dann eher langsamer und z\u00e4her, statt frei vorw\u00e4rts zu gehen. Nach innen gedrehte Fu\u00dfspitzen k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass sich die Knie nach innen und die Oberschenkel nach au\u00dfen drehen. Damit spreizt man die Waden regelrecht vom Pferd ab.<\/p>\n<h3>Richtiges Treiben in allen Gangarten<\/h3>\n<p>Wenn du zum richtigen Zeitpunkt treibst, erleichterst du deinem Pferd das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Hilfe. Im Schritt ist das recht einfach zu sp\u00fcren: Das Vorschwingen der Hinterbeine des Pferdes l\u00e4sst deine H\u00fcfte auf der jeweiligen Seite etwas absinken, weil der R\u00fccken sich absenkt und der Rippenbogen des Pferdes auf die andere Seite her\u00fcberschwingt \u2013 er macht Platz f\u00fcr das Hinterbein, das nach vorn kommt. Sitzt zu locker, sp\u00fcrst du, wie dein Bein automatisch an den Rumpf des Pferdes schwingt. Das verst\u00e4rkst du. So treibst du wechselseitig im Takt und zum richtigen Zeitpunkt im Schritt. Im Trab ist die deutlichste Bewegung die eines wechselseitigen Anhebens und Senkens deiner Sitzbeine. Wie im Schritt treibst du mit dem gleichseitigen Bein, wenn deine H\u00fcfte tiefer kommt. Im Galopp kannst du sp\u00fcren, wie der Handgalopp deine innere H\u00fcfte etwas mehr nach vorn holt als die \u00e4u\u00dfere \u2013 das liegt daran, dass das innere Vorder- und Hinterbein im Handgalopp mehr ausgreifen als die \u00e4u\u00dferen. Jetzt ist der Galopp eine Sprungbewegung \u2013 und der richtige Impuls zum Treiben des inneren Hinterbeins erfolgt dann, wenn du sp\u00fcrst, dass du nach vorn unten gesetzt wirst. Dann ist das Gewicht des Pferdes auf den Vorderbeinen und die Hinterbeine frei, um nach vorn zu springen.<\/p>\n<p><strong>Treibende Hilfen: Do\u2019s<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Treibe nicht dauerhaft, sondern mit Impulsen und setze die Hilfen aus, wenn dein Pferd reagiert<\/li>\n<li>Verst\u00e4rke den Schenkel bei Bedarf mit der Gerte statt mehr mit dem Schenkel zu pressen oder zu quetschen<\/li>\n<li>Treibe abwechselnd mit dem linken und dem rechten Bein<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Treibende Hilfen: Don\u2019ts<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Treibe nicht mit den Fersen, indem du die Fersen hochziehst<\/li>\n<li>Treibe nicht dauerhaft<\/li>\n<li>Klemme nicht mit den Beinen<\/li>\n<li>Schiebe nicht mit dem Becken und schaukele nicht mit dem Oberk\u00f6rper<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1962\" aria-describedby=\"caption-attachment-1962\" style=\"width: 1070px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1962\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben.jpg\" alt=\"richtiges Treiben, Reiterhilfen\" width=\"1080\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben.jpg 1080w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben-300x199.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben-1024x678.jpg 1024w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Pferd_Treiben-768x508.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1962\" class=\"wp-caption-text\">Richtiges Treiben ist wichtig, um das Pferd in seinem Bewegungsablauf nicht zu st\u00f6ren.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Du willst lernen, dein Pferd richtig zu treiben? 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