{"id":1782,"date":"2024-02-01T10:00:45","date_gmt":"2024-02-01T09:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/?p=1782"},"modified":"2025-11-12T10:50:34","modified_gmt":"2025-11-12T09:50:34","slug":"aengstliche-pferde-mutiger-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/pferde-training\/aengstliche-pferde-mutiger-machen\/","title":{"rendered":"\u00c4ngstliche Pferde mutiger machen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1786\" aria-describedby=\"caption-attachment-1786\" style=\"width: 1070px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1786\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/aengstliche_Pferde.jpg\" alt=\"\" width=\"1080\" height=\"716\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/aengstliche_Pferde.jpg 1080w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/aengstliche_Pferde-300x199.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/aengstliche_Pferde-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/aengstliche_Pferde-768x509.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1786\" class=\"wp-caption-text\">Hat dein Pferd Angst, kannst du seinen Mut st\u00e4rken.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wahrscheinlich w\u00fcnschst du dir auch ein cooles, gelassenes Pferd als Partner mit dem du durch Dick und D\u00fcnn gehen kannst. Leider sieht die Realit\u00e4t oftmals ganz anders aus. Ist dein Vierbeiner auch ein regelrechter Angsthase und es reichen schon Kleinigkeiten, um ihn komplett aus der Fassung zu bringen? Wie geht man am besten mit solchen Situationen um, damit es nicht gef\u00e4hrlich wird? Wie erkennt man \u00fcberhaupt Angst und wie entsteht sie? Wie kann man sein Pferd sinnvoll unterst\u00fctzen, damit mit der Zeit Ruhe einkehrt und ihr euch gegenseitig vertraut?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Flucht- und Herdentier<\/h3>\n<p>Pferde sind von Natur aus Fluchttiere. Dieser Instinkt kann in der freien Wildbahn absolut \u00fcberlebensnotwendig sein. Wie stark dieses Verhalten bei unseren domestizierten Hauspferden ausgepr\u00e4gt ist, ist ganz unterschiedlich und es flie\u00dfen verschiedene Faktoren mit ein. Ausschlaggebend k\u00f6nnen z.B. die Rasse, aber auch die Aufzucht- oder Haltungsbedingungen sein. Au\u00dferdem braucht jedes Pferd seine Gemeinschaft, also eine Herde, f\u00fcr sein nat\u00fcrliches Wohlbefinden. Bis zu einem gewissen Grad kann der Mensch in der Beziehung und Arbeit mit dem Pferd diese Position \u00fcbernehmen und ihm Ruhe und Sicherheit geben.<\/p>\n<h3>Nervenb\u00fcndel<\/h3>\n<p>Leider gibt es einige Pferde, die von Natur aus einfach kein starkes Nervenkost\u00fcm mitbringen und es langen schon kleine Dinge und sie geraten v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen. Der Umgang und die Arbeit mit solchen Pferden gestaltet sich oftmals nicht gerade leicht. Oftmals gelingt es nur bis zu einem gewissen Grad, dass Ruhe einkehrt. Meistens bleiben Angst und Panikattacken lebenslang ein Thema. Als Reiter:in sollte man hier stets ehrlich mit sich sein, ob man so einem Nervenb\u00fcndel gewachsen ist. Au\u00dferdem m\u00fcssen die Aufgaben f\u00fcr solche Vierbeiner immer passend sein. So wird ein Pferd mit schwachen Nerven, was sich vor allem f\u00fcrchtet, nicht daf\u00fcr geeignet sein, der n\u00e4chste Showstar zu werden, kann sich aber in heimischer Umgebung zu einem soliden Partner entwickeln.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcnde f\u00fcr Angst<\/h3>\n<p>Die Bandbreite wovor Pferde sich gruseln k\u00f6nnen, ist riesengro\u00df und kann durchaus immer wieder wechseln. Bei einigen sind es bestimmte Gegenst\u00e4nde, z.B. Planen, Flatterb\u00e4nder oder Regenschirme. Bei anderen sind es bestimmte Situationen, z.B. Angst vorm Tierarzt oder Schmied, beim Verladen oder Anh\u00e4ngerfahren. Manche Pferde finden es gruselig alleine zu sein oder sie f\u00fcrchten sich vor Wasser oder Rindern. Au\u00dferdem sind Pferde Gewohnheitstiere. Feste Strukturen und Abl\u00e4ufe sind absolut wichtig, um ihnen Sicherheit zu geben und zur Ruhe zu kommen. Bereits kleine Ver\u00e4nderungen, die f\u00fcr uns als Menschen gar nicht wichtig erscheinen, reichen bei einigen Vierbeinern aus, um sie aus dem Konzept zu bringen, z.B. das Taschentuch am Wegesrand oder die Decke auf der Hallenbande, die gestern dort noch nicht lag.<\/p>\n<h3>Schlechte Erfahrungen und Trauma<\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Pferde, die Aufgrund von negativen Erfahrungen mit dem Menschen \u00e4ngstlich geworden sind. Oder aber sie hatten einen Unfall und sind deshalb traumatisiert. Wie sagt man so sch\u00f6n: \u201eDie Zeit heilt alle Wunden!\u201c Begegnet man solchen Pferden mit Ruhe und Geduld, wird es meistens mit der Zeit gelingen, dass sie alte Muster ablegen und wieder neues Vertrauen zum Menschen fassen. Bei den Einen hilft sehr viel Zuwendung und Zuspruch, Andere ben\u00f6tigen immer wieder Abstand und die M\u00f6glichkeit sich zur\u00fcck ziehen zu k\u00f6nnen. Grundvoraussetzungen f\u00fcr den Umgang mit solchen Pferden sind viel Erfahrung, sowie eine gute innere und \u00e4u\u00dfere Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<h3>Angst erkennen<\/h3>\n<p>Eine beschleunigte Atmung, \u201eSchnorcheln\u201c, ein schneller Herzschlag, weit aufgerissene Augen, Zittern oder Schwitzen, erstarren, zur Seite springen oder losst\u00fcrmen, sind deutliche Anzeichen von Angst und f\u00fcr Jedermann auch als solche zu erkennen. Doch leider zeigt nicht jedes Pferd seine Angst so deutlich. In diesen Situationen besteht leider die Gefahr seinem Pferd gegen\u00fcber ungerecht zu werden. Solltest du dir bei deinem Pferd unsicher sein, scheue dich nicht dir kompetente Hilfe zu suchen!<\/p>\n<h3>Kontrollverlust und drohende Gefahr<\/h3>\n<p>\u00c4ngstliche Pferde sind sehr schwer einzusch\u00e4tzen. Das Gef\u00fchl auf einer tickenden Zeitbombe zu sitzen und die Kontrolle \u00fcber seinen Vierbeiner zu verlieren ist absolut unsch\u00f6n. Reagiert dein Pferd \u201enur\u201c mit Scheuen oder erstarrt, wenn es etwas unheimlich findet, und m\u00f6chte nicht mehr weitergehen, ist das zwar nervig und anstrengend f\u00fcr dich, aber relativ ungef\u00e4hrlich. Ger\u00e4t dein Pferd in seiner Angst aber in Panik, geht durch und wird kopflos, kann es schnell zu St\u00fcrzen oder Unf\u00e4llen kommen. Dies gilt es unbedingt zu verhindern! Es ist erstrebenswert, dass du dein \u00e4ngstliches Pferd mit der Zeit so gut lesen und einsch\u00e4tzen kannst, um solche Situationen geschickt zu umgehen.<\/p>\n<h3>Fels in der Brandung<\/h3>\n<p>Pferde sind hochsensibel und sp\u00fcren Unsicherheit und Angst beim Menschen sofort. Es ist also eine denkbar schlechte Kombi bei \u00e4ngstlichen Pferden, wenn der\/die Reiter:in auch Angst hat. Sicherheit ist f\u00fcr Pferde unglaublich wichtig. Aus diesem Grund solltest du wie ein Fels in der Brandung f\u00fcr deinen Vierbeiner da sein, ihm k\u00f6rperliche und mentale Anlehnung geben k\u00f6nnen. Beobachte genau, wie du f\u00fcr dein Pferd da sein kannst und was es braucht, um wieder runter zu fahren. Vielen hilft es gemeinsam und ruhig zu atmen, andere brauchen K\u00f6rperkontakt und beruhigende Worte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1789\" aria-describedby=\"caption-attachment-1789\" style=\"width: 1070px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1789 size-full\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Pferd_Gelassenheit-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1080\" height=\"712\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Pferd_Gelassenheit-1.jpg 1080w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Pferd_Gelassenheit-1-300x198.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Pferd_Gelassenheit-1-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Pferd_Gelassenheit-1-768x506.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1789\" class=\"wp-caption-text\">Mit passenden Aufgaben und \u00dcbungen wird dein Pferd gelassener im Alltag.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Mehr Gelassenheit statt Angst<\/h3>\n<p>Wer sein Pferd immer nur in Watte packt, versucht vor optischen und akustischen Einfl\u00fcssen zu sch\u00fctzen und es nie irgendwelchen Reizen aussetzt, muss sich nicht wundern, wenn vor jeder Kleinigkeit Angst hat. Umso mehr dein Pferd aber von Beginn an kennenlernt, desto gelassener wird es auch mit stressigen Situationen umgehen k\u00f6nnen. Hier hat sich in der Praxis <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/bodenarbeit\/erfolgreiches-gelassenheitstraining\/?utm_medium=beitrag&amp;utm_source=blog&amp;utm_campaign=blog.beitrag.aengstliche-pferde.\">Gelassenheitstraining<\/a> bew\u00e4hrt. Ob Plane, Luftballongasse, gro\u00dfe B\u00e4lle, Flattervorhang, Br\u00fccke oder Podest- alles ist m\u00f6glich. Jedoch sollte die Sicherheit von dir und deinem Pferd dabei nicht gef\u00e4hrdet werden. Schlie\u00dfe dich mit anderen Reitern:innen zusammen und baue dir einen Parcours auf. Gemeinsam macht es einfach mehr Spa\u00df und du kannst bei Schwierigkeiten den Herdentrieb ausnutzen und ein sicheres Pferd vorweg gehen lassen.<\/p>\n<h3>Gucken lassen oder nicht<\/h3>\n<p>In nahezu jeder Reithalle und auf jedem Reitplatz gibt es sie: die \u201eGruselecke\u201c. Gef\u00fchlt bist du schon hunderte Male dort vorbeigeritten und trotzdem nutzt dein Pferd jede Chance, das kann ein Rascheln im Geb\u00fcsch oder ein auffliegender Vogel sein, um sich zu erschrecken und zur Seite zu springen. Hier stellt man sich schnell die Frage, ob es nun besser ist sein Pferd gucken zu lassen oder lieber von der \u201eGefahr\u201c weg zu stellen. Das ist tats\u00e4chlich von Pferd zu Pferd ganz unterschiedlich. Einigen Pferden tut es gut, wenn sie in Ruhe gucken k\u00f6nnen, abchecken, dass alles in Ordnung ist und man kann anschlie\u00dfend mit ihnen weiterarbeiten. Bei vielen Pferden bringt genau diese Herangehensweise aber keinerlei Verbesserung und sie schaukeln sich immer mehr hoch. Hier hat es sich bew\u00e4hrt, sie \u201earbeiten\u201c zu lassen und zu versuchen die aufgewendeten Energien in eine sinnvolle Aufgabe umzuformulieren.<\/p>\n<h3>Nase tief<\/h3>\n<p>Ein Pferd was auf der Koppel steht, entspannt ist und sich sicher f\u00fchlt, nimmt den Kopf runter und beginnt zu grasen. Dieses nat\u00fcrliche Verhalten kannst du nutzen, um in Stresssituationen dein Pferd leichter entspannen zu k\u00f6nnen und ihm die Angst zu nehmen. Hierf\u00fcr bringst du deinem Pferd bei, dass es auf Fingerzeig und Stimmkommando den Kopf bis zum Boden absenkt. Zuerst kannst du es noch mit einem Leckerli locken und unterst\u00fctzen. Nimmt dein Pferd das Leckerli und beginnt zu kauen, hat das auch eine beruhigende Wirkung. Sp\u00e4ter sollte das Stimmkommando und Zeigen mit dem Finger reichen. Hat dein Pferd dies gut verinnerlicht, l\u00e4sst es sich auch in Angstsituationen abrufen und du hast eine realistische Chance, dass es sich wieder beruhigt.<\/p>\n<h3>Vertrauen st\u00e4rken, Angst \u00fcberwinden<\/h3>\n<p>Zugegeben, es kann schon einiges an Energie vom Menschen fordern und jede Menge Arbeit kosten, ein \u00e4ngstliches Pferd mutiger zu machen. Aber es wird sich immer auszahlen. Mit der Zeit wirst du deinen Vierbeiner immer besser einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, eure Beziehung wird sich verbessern und das Vertrauensverh\u00e4ltnis st\u00e4rker werden.<\/p>\n<p><em>Blog-Beitrag von Andrea Blochwitz<br \/>\n<\/em><em>Fotos von<\/em><em> Canva, Stefanie Blochwitz und Nele Paasch<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahrscheinlich w\u00fcnschst du dir auch ein cooles, gelassenes Pferd als Partner mit dem du durch Dick und D\u00fcnn gehen kannst. Leider sieht die Realit\u00e4t oftmals ganz anders aus. 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