{"id":1074,"date":"2023-01-01T10:00:11","date_gmt":"2023-01-01T09:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/?p=1074"},"modified":"2023-03-02T11:59:45","modified_gmt":"2023-03-02T10:59:45","slug":"mit-hilfe-von-seitengaengen-zum-geraderichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/pferde-training\/mit-hilfe-von-seitengaengen-zum-geraderichten\/","title":{"rendered":"Mit Hilfe von Seiteng\u00e4ngen zum Geraderichten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1086\" aria-describedby=\"caption-attachment-1086\" style=\"width: 5235px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1086 size-full\" title=\"Seiteng\u00e4nge\" src=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Seiteng\u00e4nge-1.jpg\" alt=\"Seiteng\u00e4nge\" width=\"5245\" height=\"3497\" srcset=\"https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Seiteng\u00e4nge-1.jpg 5245w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Seiteng\u00e4nge-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Seiteng\u00e4nge-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/hillbury-pferde-blog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Seiteng\u00e4nge-1-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 5245px) 100vw, 5245px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1086\" class=\"wp-caption-text\">Wie Seiteng\u00e4nge helfen k\u00f6nnen, dein Pferd geradezurichten.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ohne Frage: Seiteng\u00e4nge zu reiten macht wirklich gro\u00dfen Spa\u00df! Jedoch sollten sie auf keinen Fall nur dem Selbstzweck in der Pferdeausbildung dienen, sondern sind ein effektives Hilfsmittel, um den Vierbeiner geradezurichten.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<h3>Die nat\u00fcrliche Schiefe<\/h3>\n<p>Jedes Pferd ist von Natur aus schief. Hierf\u00fcr verantwortlich ist die ist die sogenannte: nat\u00fcrliche Schiefe. Man geht davon aus, dass die nat\u00fcrliche Schiefe des Pferdes damit zusammenh\u00e4ngt, wie es im Mutterleib gelegen hat. Jedes Pferd hat also eine hohle Seite und eine steife Seite. Dementsprechend kann es eine K\u00f6rperh\u00e4lfte besser dehnen als die andere. Au\u00dferdem l\u00e4uft jedes unausgebildete Pferd von Natur aus schief und belastet seine vier Beine ungleichm\u00e4\u00dfig. Auf der hohlen Seite wird es immer st\u00e4rker auf die \u00e4u\u00dfere Schulter fallen. Das Hinterbein der hohlen Seite wird sich zwar besser beugen, jedoch weniger stark sein. Auf der steifen Seite wird es ihm hingegen schwerer fallen sich zu biegen. Das Hinterbein auf der steifen Seite ist immer st\u00e4rker, aber weniger beugsam.<\/p>\n<h3>Mit Sinn und Verstand<\/h3>\n<p>Ziel jedes Reiters sollte es sein, mit Hilfe der Seiteng\u00e4nge, sein Pferd mit der Zeit geradezurichten. Seiteng\u00e4nge nehmen auf der hohlen Seite das Gewicht von der \u00e4u\u00dferen Schulter, bringen die innere Schulter zum Arbeiten und kr\u00e4ftigen das innere Hinterbein. Auf der steifen Seite dehnen sie die Muskeln der \u00e4u\u00dferen Oberlinie und machen das innere, starke Hinterbein beweglicher. Hat dein Pferd alle Seiteng\u00e4nge gelernt, solltest du sie nicht immer ohne Sinn und Verstand durcharbeiten, sondern gezielt einsetzen. Finde die passenden Seiteng\u00e4nge die dein Pferd braucht, um die nat\u00fcrliche Schiefe auszugleichen. Endziel sollte es sein, dass dein Vierbeiner sich auf beiden H\u00e4nden gleichm\u00e4\u00dfig stellen und biegen kann, sowie in der Spur und im Gleichgewicht l\u00e4uft. Das kann durchaus einige Jahre dauern und es macht Sinn schon bei jungen Pferden rechtzeitig damit zu beginnen.<\/p>\n<h3>Die korrekte Ausf\u00fchrung der Seiteng\u00e4nge<\/h3>\n<p>Seiteng\u00e4nge k\u00f6nnen nur helfen dein Pferd geradezurichten, wenn es sie auch korrekt ausf\u00fchrt. Sie sollten stets ruhig, gleichm\u00e4\u00dfig und fl\u00fcssig sein. Eilt dein Pferd durch den Seitengang hindurch, oder ist z\u00f6gernd und verliert den Takt, fehlt es ihm in der Regel noch an Balance und Kraft. Erarbeite dir die Seiteng\u00e4nge mit deinem Pferd in kurzen Reprisen und mit vielen Wiederholungen, um es nicht zu \u00fcberfordern. Achtung: Viele Reiter verfallen in einen regelrechten \u201eSeitengangrausch\u201c! Entlasse dein Pferd immer wieder auf die gerade Linie und baue gen\u00fcgend Pausen ein, damit es sich entspannen kann. Es ist nicht zu untersch\u00e4tzen wie anstrengend Seiteng\u00e4nge gerade in der Lernphase f\u00fcr den Vierbeiner sind!<\/p>\n<h3>Erst am Boden<\/h3>\n<p>Idealerweise erarbeitest du mit deinem Pferd die Seiteng\u00e4nge erst am Boden. Hierf\u00fcr eignet sich ein gut passender <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/Kappzaum\/\">Kappzaum<\/a>, aber auch mit <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/Trensen\/\">Trense<\/a> und Gebiss ist die Arbeit an der Hand m\u00f6glich. Am Boden hast du den Vorteil, dein Pferd besser im Ganzen beobachten zu k\u00f6nnen. Gerade was die Schiefe und das Geraderichten betrifft, solltest du dein Pferd ganz genau im Blick haben, um kleine Ver\u00e4nderungen sofort zu bemerken. Au\u00dferdem wird ihm alles, was es vom Boden aus ohne Reitergewicht gelernt hat, sp\u00e4ter unter dem Sattel leichter fallen.<\/p>\n<h3>Blickschulung<\/h3>\n<p>Um dein Pferd mit Hilfe von Seiteng\u00e4ngen geradezurichten, solltest du auf jeden Fall deinen Blick gut schulen, um zu erkennen, ob es die Seiteng\u00e4nge korrekt ausf\u00fchrt. Hilfreich kann hier gute Literatur sein, aber ge\u00fcbte Reiter und ihre Vierbeiner zu beobachten ist eine gute Erg\u00e4nzung. Wer die M\u00f6glichkeit hat, mit ausgebildeten Lehrpferden die Seiteng\u00e4nge zu \u00fcben, sollte dies unbedingt nutzen. Nur wer absolut sicher in den Seiteng\u00e4ngen ist, sollte sein Pferd selbst in dieses Thema einf\u00fchren. Ansonsten ist es zu empfehlen Hilfe bei einem\/r kompetenten Trainer\/in zu suchen. Lasse ihn\/sie auch regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber eure Seiteng\u00e4nge schauen, denn schnell k\u00f6nnen sich kleine Fehler einschleichen.<\/p>\n<h3>Echte Seiteng\u00e4nge<\/h3>\n<p>Ganz grob kann man Seiteng\u00e4nge in \u201eechte und unechte\u201c einteilen. Zu den echten Seiteng\u00e4ngen geh\u00f6ren: Schulterherein, Konterschulterherein, Travers (Kruppeherein), Renvers (Kruppeheraus) und Traversalen. Hierbei ist das Pferd immer gestellt und gebogen, bewegt sich auf drei oder vier Hufspuren in einer Vorw\u00e4rts- Seitw\u00e4rtsbewegung und ein Hinterbein tritt immer unter den K\u00f6rperschwerpunkt. Sie werden entweder \u201ein Bewegungsrichtung gebogen\u201c (Renvers, Travers, Traversalen) oder \u201egegen die Bewegungsrichtung gebogen\u201c (Schulterherein, Konterschulterherein) ausgef\u00fchrt. Echte Seiteng\u00e4nge wirken l\u00f6send, gymnastizierend und versammelnd. Von oben betrachtet ist die Form des Pferdes in Stellung und Biegung immer gleich, nur ihre Ausrichtung zur Bande und zum inneren der Bahn ist unterschiedlich.<\/p>\n<h3>Unechte Seiteng\u00e4nge<\/h3>\n<p>Hierzu geh\u00f6rt das seitliche \u00dcbertreten auf der Volte, Schenkelweichen und Viereck verkleinern und vergr\u00f6\u00dfern. Dabei ist dein Pferd immer entgegen der Bewegungsrichtung gestellt. Eine Biegung im K\u00f6rper wird nicht verlangt. Das Pferd bewegt sich vorw\u00e4rts- seitw\u00e4rts in einem Abstellungswinkel von 45Grad. Jedes Bein hat dabei seine eigene Hufspur. Es kreuzen nur die inneren Beine oder treten, ohne sich zu beugen, am Schwerpunkt vorbei. Trotzdem haben die unechten Seiteng\u00e4nge eine \u00fcberaus l\u00f6sende Wirkung auf den gesamten Pferdek\u00f6rper und selbst kleine Blockaden k\u00f6nnen gelockert werden.<\/p>\n<h3>Die Gesunderhaltung des Pferdes<\/h3>\n<p>Das Geraderichten ist, gemeinsam mit der <a href=\"https:\/\/www.hillbury.de\/pferde-blog\/pferde-training\/die-spitze-der-fn-ausbildungsskala-die-versammlung\/\">Versammlung<\/a>, entscheidend um dein Pferd m\u00f6glichst lange gesund zu erhalten. Es sch\u00fctzt vor \u00dcberlastungserscheinungen einzelner Beine und beugt orthop\u00e4dische Probleme vor. Ein Pferd was korrekt in den Seiteng\u00e4ngen ausgebildet wurde, hat die besten Voraussetzungen seine Aufgabe als Reitpferd ein Leben lang gut erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Das gro\u00dfe Ziel der klassischen Dressur ist die Versammlung, also die F\u00e4higkeit des Pferdes, seine Hanken (die drei gro\u00dfen Gelenke der Hinterhand: H\u00fcfte, Knie- und Sprunggelenk) immer mehr zu beugen. In der Vorw\u00e4rts-Seitw\u00e4rts-Bewegung der Seiteng\u00e4nge m\u00fcssen genau diese drei gro\u00dfen Gelenke st\u00e4rker gebeugt werden. Hat dein Pferd gelernt, die Seiteng\u00e4nge korrekt auszuf\u00fchren, wird es mit dem inneren Hinterbein vermehrt unter seinen Schwerpunkt treten und sich somit mehr versammeln k\u00f6nnen. Mit Hilfe der Seiteng\u00e4nge wird also auch die Lastaufnahme der Hinterhand verbessert. Es wird deinem Pferd immer leichter fallen das Reitergewicht mehr auf der Hinterhand zu tragen und die Vorhand zu entlasten. Au\u00dferdem wird sich die Balance, Geschmeidigkeit und Durchl\u00e4ssigkeit deines Vierbeiners nach und nach verbessern.<\/p>\n<p><em>Blog-Beitrag von Andrea Blochwitz<br \/>\nFoto von<\/em><em>\u00a0Elena Hofstede (tierfotografie-eh.de)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[caption id=&quot;attachment_1086&quot; align=&quot;aligncenter&quot; width=&quot;5245&quot;] Wie Seiteng\u00e4nge helfen k\u00f6nnen, dein Pferd geradezurichten.[\/caption] Ohne Frage: Seiteng\u00e4nge zu reiten macht wirklich gro\u00dfen Spa\u00df! 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