Unsere Hausmittel gegen lästige Insekten wie Zecken und Bremsen

Natürlicher Insektenschutz

Eigentlich besteht Grund zur Freude: Die Sonne scheint, das Gras wächst und es wird wieder schön warm. Doch kaum liegt die kalte Jahreszeit hinter Pferd und Mensch, sind sie wieder da, in der Luft, im Gras, in Büschen und Bäumen: lästige Insekten wie Mücken, Bremsen oder Zecken. Sie stechen, sie beißen, sie saugen sich fest, sorgen für Juckreiz, Ausschlag und Ekzem und können Krankheiten wie Borreliose übertragen.

Und sie sind clever, wenn es darum geht, ihre Opfer aufzuspüren: Während viele Insekten vor allem vom Geruch – Pferdeschweiß steht besonders hoch im Kurs – angezogen werden, setzen Bremsen zum Beispiel voll auf ihre Augen. Je schneller eine Bewegung, die sie wahrnehmen, desto verlockender ist der Angriff. Bremsen davon zu galoppieren ist deswegen nicht unbedingt ein guter Plan.

Insektenabwehr mit Fliegemaske und Co.

Doch wie können wir uns und unsere Pferde am besten vor diesen lästigen Biestern schützen? Bewährt hat sich die Abwehr zum Beispiel mit Fliegenmasken, Fliegendecken oder Ekzemerdecken. Denn wo das Insekt nicht an die Haut kommt, da kann es auch nicht stechen.

Dann gibt es jede Menge Sprays, Tinkturen und Gele zur Abwehr der Pferdebiester: Repellentien vertreiben Insekten, Insektizide töten sie sogar bei Kontakt. Einige der künstlich hergestellten Repellents sind zum Beispiel DEET (Diethyltoluamid), Bayrepel (Icaridin), Dimethylphtalat (DMP) oder Ethyl-Butylacetylaminopropionat (EBAAP, IR 3535). So krass wie die Namen ist auch die Wirkung. DEET kann zum Beispiel den Stoff von Klamotten und Kunststoffe angreifen und die Haut reizen.

Bei den Insektiziden gibt es natürliche Wirkstoffe wie Pyrethrum, das aus der Chryantheme gewonnen wird, oder synthetische wie Pyrethroide, zu denen Permethrin, Allethrin und Transfluthrin gehören. Diese Chemiekeulen können sich im Organismus anreichern und der Gesundheit langfristig schaden, deswegen sollten sie nicht in Kontakt mit der menschlichen Haut kommen.

Die Alternativen zur Chemiekeule

Die Alternative dazu sind natürliche Repellents, die meist ätherische Öle enthalten, um Insekten abzuwehren. Doch auch hier ist Vorsicht angebracht: Manche Öle können die Haut reizen, gerade in Verbindung mit viel Sonne und Allergien auslösen. Mische also sorgsam und probiere die Wirkung an einer kleinen Hautstelle aus.

Hier sind unsere Hausmittel-Tipps gegen alles, was kriecht und fleucht.

Ekzemermittel auf Apfelessig-Basis: Verdünne Bio-Apfelessig mit Wasser im Verhältnis 1:1 und betupfe die juckenden Stellen mit der Mischung. Lasse sie trocknen und pflege sie im Anschluss mit Bio-Kokosöl. Hier verbindet sich eine Parasiten abschreckende Wirkung mit einer Pflegewirkung für die Haut.

Pilzmittel: Hier mixt du Bio-Obstessig und Wasser – auf einen Liter Wasser kommen etwa 100 Milliliter Essig – und wäschst dein Pferd damit. Es verändert den pH-Wert der Haut und kann damit lästige Pilze vertreiben. Auch kolloidales Silber oder Teebaumöl kann gegen Pilze eingesetzt werden.

Zeckenabwehr: Kokosöl enthält Laurinsäure, was bei Zecken, Milben, Läusen und Flöhen, aber auch bei Mücken nicht hoch im Kurs steht. Außerdem mildert es Juckreiz. Es sollte Bio und außerdem kaltgepresst sein. Schwarzkümmelöl kann Zecken ebenfalls abwehren und hält auch Kriebelmücken fern. Auch Neemöl wird eine Anti-Zecken-Wirkung bescheinigt. Hier musst du allerdings aufpassen, dass du es nicht pur aufträgst, sondern gemischt im Verhältnis 1:10. Es kann das Fell verfärben und ist nicht für empfindliche Haut geeignet. Auch ätherische Öle etwa von Zitrone und Eukalyptus können gegen Zecken eingesetzt werden – 15 Tropfen auf 50 Milliliter Flüssigkeit wie Kokosöl.

Mähnenspray aus natürlichen Zutaten
Und jetzt noch etwas für die Optik: Auch Mähnenspray kann man aus natürlichen Zutaten herstellen, genauso wirksam, gesünder und günstiger als das gekaufte.
Für einen halben Liter Spray vermischst du 100 Milliliter Wasser, 200 Milliliter Birkenhaarwasser und 200 Milliliter Olivenöl. Oder du nutzt folgende Mischung: 100 Milliliter Wasser, 200 Milliliter Apfelessig und 200 Milliliter Olivenöl. Vor dem Sprühen gut schütteln! Trage nicht zu viel auf, sonst werden Mähne und Schweif fettig.
Das Olivenöl pflegt, sorgt für Kämmbarkeit und Glanz, Birkenhaarwasser mildert Juckreiz und spendet Feuchtigkeit und der Apfelessig neutralisiert den pH-Wert. Das Öl bindet zudem Staub und Schmutzpartikel, die dann leichter ausgebürstet werden können.
Übrigens: Birkenhaarwasser ist auch allein ein gutes Mittel für Ekzemer, da es zusätzlich das Haarwachstum fördert. Du kannst die juckenden Stellen damit einreiben, achte allerdings darauf, dass es Fettgehalt hat.

 
{ 4 comments… add one }
  • Sandra 13. Juli 2021, 12:40

    Hallo, gibt es neben den Hausmitteln auch gute fertige Produkte, die ihr empfehlen könntets? Weil von der Chemiekeule halte ich lieber Abstand..

    • Hillbury 3. August 2021, 11:50

      z.B. das Bremsen-EX Spray von AntiForte oder das Bremsenfrei von Dr. Schaette (allerdings mit Glycerol)

  • Denise 7. Mai 2021, 15:12

    Ihr Lieben, der „Wirkstoff“ oder wertgebende Bestandteil in Biokokosöl heißt Laurinsäure – mit Läusen…. hat das nichts zu tun 😉

    Da hat sich jemand ganz doll vertippt,
    LG

    • Viktoria Bellut 12. Mai 2021, 10:36

      Danke dir für den Hinweis.
      Für den nächsten Beitrag putzen wir unsere Brille dann etwas gründlicher 😉

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