Regen, Wind und Kälte: Allwetter-Reiten – die besten Tipps

Mit dem Pferd nach draußen bei Wind und Wetter

Der Herbst ist da, die Blätter fliegen, es wird früher dunkel und der Wind bläst auf einmal deutlich kälter. Nun ist Reiten ein Outdoor-Hobby und wir sehen uns zwangsläufig damit konfrontiert, wie wir dem Wetter trotzen können. Hier sind unsere Tipps für regnerische und kalte Tage beim Pferd.

Ausstattung ist alles! Bitte wasserdicht und schön warm

Die richtige Ausstattung ist das A und O. Wenn sich Regen im Schuh sammelt und kaltes Wasser in den Ausschnitt tropft, verliert man nicht nur die gute Laune, sondern wird vielleicht sogar krank. Deswegen muss deine Jacke wasserdicht sein. Die europäische Norm „Wassersäule“ klassifiziert das Material: Ab 1500 mm/m² gilt es in Deutschland als wasserdicht, darunter als wasserabweisend. Hinzu kommen aber noch andere Faktoren: Wind kann dafür sorgen, dass Kleidung schneller durchnässt und auch durch normale Nähte oder Reißverschlüsse kann Feuchtigkeit schnell nach innen sickern. Auf Nummer sicher gehst du mit geschweißten oder getapten Nähten.

Gerade, wenn du auch im Regen länger mit deinem Pferd unterwegs bist, solltest du statt zu einer Regenjacke zu einem Regenmantel greifen, der deine Beine und den Sattel mitbedeckt.
Idealerweise kannst du den Mantel an deinen Beinen befestigen, damit er nicht flattert.
Du kannst auch deine Beine mit Regenreithosen ausstatten – sie müssen über die Stiefel reichen, sonst dringt auch hier Wasser ein.

Wasserdichte Schuhe und Handschuhe sind auch ein Muss, für den Reithelm gibt es Überzüge. Für noch mehr Komfort solltest du außerdem darauf achten, dass deine Regenjacke winddicht ist.

Achtung, es wird kalt!

Wasserdichte Kleidung hält dir die Nässe vom Leib, frieren wirst du damit aber trotzdem. Investiere also in eine gute Winterreitjacke oder einen Mantel, wenn die Temperaturen weiter sinken.

Außerdem lohnen sich Thermoreitstiefel oder gut gefütterte Stallschuhe, wenn du beim Reiten auf deine normalen Stiefel oder Stiefeletten nicht verzichten willst. Experimentiere mit Handwärmern, elektrischen Einlagen oder bring‘ eine Wärmeflasche von Zuhause mit.

Eine Überlegung wert sind außerdem gute Socken und Woll-Unterwäsche. Klingt oldschool, hält aber warm. Gerade Merinowolle werden sehr gute Eigenschaften zugeschrieben.
Ein Muss sind Mütze und Schal: Dein Körper gibt sehr viel Wärme über den Kopf ab – deswegen musst du hier gut dämmen. Ein Schal oder ein Loop verhindert, dass die Kälte unter die Kleidung kriecht.

Immer sinnvoll ist außerdem der Zwiebellook: Kleide dich in Schichten, dann bleibst du flexibel. Sehr praktisch ist zum Beispiel eine Weste, die deinen Rumpf warmhält, aber trotzdem Bewegungsfreiheit garantiert.

Und dein Pferd? Es hat mit seinem Fell eigentlich alles, was es bei Regen und Kälte braucht, da das Wasser vom Deckhaar abgeleitet wird und die unteren Schichten trocken bleiben. Ist es geschoren, musst du aber eindecken. Gerade bei Ausritten im Winter ist dann wahrscheinlich auch eine Nierendecke sinnvoll. Achte dabei auf eine gute Passform, sonst können schnell Scheuerstellen entstehen. Außerdem sollte das Material atmungsaktiv sein.

Equipment-Pflege nicht vergessen

Nicht nur du und dein Pferd sind im Herbst und Winter öfter mal nass und schmutzig, sondern auch eure Ausrüstung. Es ist super ärgerlich, wenn deine hochwertige Ledertrense Schimmel ansetzt oder die feinen Zügel anfangen Risse zu bilden. Deswegen: Säubere deine Ausrüstung, trockne sie – Leder nicht über der Heizung! – eventuell auch Zuhause, wenn es im Stall zu feucht ist. Pflege sie danach mit Lederfett.
Was den Stoff von Pferdedecke oder deinen Jacken angeht, schaue auf die Hersteller-Etiketten. Manchmal kann es sinnvoll sein, sie nachzuimprägnieren, manche Stoffe leiden aber, weil sie dann nicht mehr atmungsaktiv sind und büßen ihre Funktionalität ein.

Training im Regen und bei Kälte

Ist dein Pferd nass und du willst trotzdem reiten, ist das kein Problem. Allerdings solltest du Schlamm und Dreck aus der Sattellage (in Fellwuchsrichtung) entfernen, um Druckstellen zu vermeiden. Das geht auch mit warmem Wasser.

Warmreiten solltest du immer, aber gerade in der kalten Jahreszeit ist die Aufwärmphase im Schritt unabdingbar, um die Muskeln zu lockern und Verletzungen zu vermeiden. Auch nach dem Reiten musst du deine Routine an Wetter und Temperatur anpassen: Dein Pferd braucht eine Abschwitzzeit, damit das Fell wieder trocken wird – gerade bei ungeschorenen Pferden oder solchen mit viel Plüsch ist das wichtig, damit sie sich nicht erkälten. Achte darauf, dass die Decke nicht von oben nass wird, weil das ihre Funktion einschränkt und stelle das Pferd zum Abschwitzen nicht in den Zug.

Auch insgesamt sind kältere Temperaturen für den Stoffwechsel anstrengend. Plane entsprechend Pausen ein und überlaste euch nicht – ein Ansatz kann auch sein, das Pferd im Winter gar nicht erst zum Schwitzen zu bringen.

Sicherheit von Pferd und Mensch

Einerseits ist es natürlich prima, wenn man sich vom Wetter nicht so schnell einen Strich durch die Rechnung machen lässt. Andererseits bist du für deine und die Sicherheit deines Pferdes verantwortlich. Schau also genau hin, wo eure Komfortzone endet und begib dich nicht in Gefahr: Starker Regen, Gewitter, Dunkelheit und Sturm können schnell dafür sorgen, dass dein Pferd unruhig wird – gerade von Ausritten in den Wald bei starkem Wind solltest du Abstand nehmen. Außerdem: Wie steht es um die Wege? Nässe und Kälte wirken sich auf den Untergrund aus und können dein Pferd ins Schliddern und Rutschen bringen. Passe also euer Tempo an und gehe kein unnötiges Risiko ein.

Wenn du im Dunkeln unterwegs bist, sind Reflektoren ein absolutes Muss: Nur so können euch andere Verkehrsteilnehmer wahrnehmen. Ausrüstung mit Reflektorstreifen gibt es jede Menge: Decken, Bandagen und Gamaschen oder kleine Schläuche, die du mit Klett flexibel anbringen kannst. Dich selbst setzen Westen und Lampen ins rechte Licht.

 
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